In Berlin mündet die Spree in den Mississippi

Zehn in Berlin lebende, außergewöhnliche Fotografen interpretieren bei diesem Kunstprojekt auf ihre eigene Art und Weise den literarischen Huckleberry Finn im Berlin von heute. Abstrakt, überhöht, inszeniert und beiläufig. Wir treffen Huckleberry als abenteuerlustigen Jungen, der die Stadt entdeckt und erobert. Wir sehen Huckleberry als Hipster, fast schon ein Leben im Klischee und trotzdem auf der Suche nach Wahrheit. Wir erleben Huckleberry als Mädchen in Latzhose, zwischen Hochglanzmagazin und Fashionblog, urban und selbstbewusst, ein Selfie für die Welt da draußen. Wir entdecken Strohhut, Grashalm und Holztonne an den Partyufern der Spree und fühlen grenzenlose Weite in  einer von Design dominierten Umgebung. Mark Twain erschuf mit der  Figur des Huck Finn nicht nur die Idee des amerikanischen Traums, sondern auch den Prototypen einer modernen, intellektuellen Sehnsucht, für die Berlin steht, wie keine andere Stadt.

Der Wochentrack

In einem Lab ist es manchmal still und leise, Konzentration auf den Punkt. Dann wieder ist es laut und lustvoll und wir brauchen Musik, begelitend, inspirierend. Die Musik, die wir finden und hören stellen wir Euch an dieser Stelle jede Woche vor, denn das ist zuweilen heißer Shit, zwischen Yoga-Style-Sehnsuchtshollywood-Elektro, über antreibende Donnerbeats, jazzy Liebeleien oder pushy Indierock. Und ohne Banjo geht schon mal gar nichts. Da es um die Stadt geht, ein Motiv wie ein Baum, und damit auch um uns, die darin und mit ihr leben, ist es auch die Musik dieser Stadt, von der wir uns von Zeit zu Zeit tragen lassen. Den Auftakt machen B.O.X.E.R. Klingt nach Elektrorock und sieht unverschämt gut aus. Vielleicht auch weil Boxer zu zwei Dritteln aus Models und zu einem Drittel aus dem Fashionblogger Carl Jakob Haupt, seines Zeichens eine Hälfte des Modeblogs Dandy Diary, besteht. Wir haben es hier quasi mit einer Fashion-Supergroup zu tun und da wir ja schnurstracks auf die neue Fashionweek zusteuern, ist das auf dem Berliner Trendbarometer ganz oben anzusiedeln. Zum Auftakt, am Morgen, als Ruck genau das Richtige. Bei Nacht, zum Tanzen, zum Loslassen ebenso. Viel Spaß.